Ratgeber

Instagram Werbung schalten, diese vier Dinge müssen vor dem Start stehen

Warum so viele lokale Betriebe mit Instagram Werbung Geld verbrennen und wie du Angebot, Landingpage, Tracking und Rückruf so aufsetzt, dass aus Klicks echte Anfragen werden.

Noah Berg von Noah BergZuletzt aktualisiert am 12.10.202615 Min. Lesezeit
Schreibtisch von oben mit Smartphone, auf dem eine Werbeanzeige eines Handwerkers zu sehen ist, daneben ein Notizblock mit der Checkliste Angebot, Landingpage, Tracking und ProzessMit KI erstellt
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Das Wichtigste in Kürze

  • Instagram Werbung erzeugt Nachfrage, sie holt keine ab. Niemand sucht auf Instagram nach dir. Deine Anzeige muss deshalb in Sekunden einen Grund liefern, sich zu melden.
  • Ein beworbener Beitrag bringt meist nur Likes. Für Anfragen brauchst du vier Dinge, bevor du den ersten Euro ausgibst.
  • Ein Angebot in einem Satz, das dem Kunden etwas bringt, zum Beispiel eine kostenlose Erstberatung, eine Checkliste oder ein Probetermin.
  • Eine Landingpage, die genau dieses Angebot wiederholt und nur ein kurzes Formular hat, sowie sauberes Tracking, damit Meta lernt, wem es deine Anzeige zeigen soll.
  • Ein Prozess für jede Anfrage. Wer sofort zurückruft, gewinnt. Ein Lead, der erst nach Tagen einen Anruf bekommt, hat dich längst vergessen.

Warum scheitern so viele beim Instagram Werbung schalten

Die meisten scheitern nicht an Instagram, sondern daran, dass sie ohne Angebot, ohne Landingpage und ohne Plan für die Anfragen starten. Dann kostet die Werbung Geld, bringt Reichweite und Likes, aber keine Kunden.

Wenn wir lokale Betriebe fragen, ob sie schon einmal Meta Ads geschaltet haben, hören wir fast immer dieselbe Geschichte. Instagram hat vorgeschlagen, einen normalen Beitrag zu bewerben. Es gingen ein paar hundert Euro raus, es kamen ein paar Likes und Follower zurück, aber keine einzige Anfrage. Danach ist das Thema abgehakt.

Der Grund liegt in der Art, wie Instagram und Facebook funktionieren. Bei Google sucht jemand aktiv nach deiner Leistung und deine Anzeige ist die Antwort. Auf Instagram sucht niemand. Die Menschen scrollen, wollen sich ablenken, und du unterbrichst sie. Du hast zwei bis drei Sekunden, um Interesse für etwas zu wecken, nach dem gerade keiner gefragt hat. Ein beworbener Beitrag ohne klares Angebot unterbricht zwar, gibt aber keinen Grund, sich jetzt bei dir zu melden.

€ Ein paar hundert Euro Budget für einen normalen Beitrag Ein paar Likes und Follower Reichweite, aber kein Ziel 0 Anfragen kein Angebot, kein nächster Schritt Aufmerksamkeit ohne Grund, sich zu melden, bringt keine Anfragen
So endet ein einfach beworbener Beitrag bei vielen lokalen Betrieben.

Wer Instagram Werbung schalten will, die Anfragen bringt, braucht deshalb mehr als einen Klick auf „Beitrag bewerben”.

Passt Instagram Werbung überhaupt zu deinem Betrieb

Bevor du loslegst, lohnt sich ein kurzer Check. Meta Ads, also Werbung auf Instagram und Facebook, passen vor allem dann, wenn Menschen dich erst kennenlernen müssen. Wenn Kunden dich in einer akuten Notlage suchen, ist Google meist der bessere Kanal.

Eher jaEher nein
Deine Leistung muss erst erklärt werdenDeine Leistung wird akut gesucht, etwa beim Notdienst
Du willst in deiner Region bekannt werdenDu hast kein konkretes Angebot
Du hast einen Lead-MagnetenNiemand kann Anfragen schnell zurückrufen
Du suchst MitarbeiterNiemand aus dem Betrieb will vor die Kamera
Deine Kunden entscheiden über Wochen

Ausführlich erklärt Noah Berg die fünf Fälle, in denen sich Meta Ads lohnen, in diesem Video.

Wenn du dich in zwei oder drei Punkten der linken Spalte wiederfindest, lohnt sich der nächste Schritt. Dann geht es darum, die vier Grundlagen sauber aufzusetzen.

1. Wie formulierst du ein Angebot, auf das Menschen reagieren

Dein Angebot muss in einem einzigen Satz sagen, was der Kunde bekommt, wenn er klickt. Es geht nicht darum, wer du bist, sondern darum, was er davon hat. „Kauf bei mir” funktioniert auf Instagram kaum, „Hier, das hilft dir” sehr gut.

Der häufigste Fehler ist eine Anzeige, die nur den Betrieb vorstellt. „Wir sind ein Dachdeckerbetrieb aus deiner Region” ist eine Information, aber kein Angebot. Der Leser denkt sich „Schön, und jetzt?” und scrollt weiter.

Ein gutes Angebot hat einen klaren Nutzen und einen kleinen, einfachen nächsten Schritt. Besonders gut funktioniert ein Lead-Magnet, also etwas, das du kostenlos gibst und das für deine Zielgruppe wirklich wertvoll ist. Im Gegenzug hinterlässt der Interessent seinen Namen und seine Telefonnummer. Verkauft wird danach im Gespräch, nicht in der Anzeige.

BrancheSchwachStark
Dachdecker„Wir sind Ihr Dachdecker in der Region"„Kostenloser Dach-Check, wir sagen dir ehrlich, ob du sanieren musst"
Physiotherapie„Neue Praxis eröffnet"„Kostenlose Erstanalyse bei Rückenschmerzen, Termin in dieser Woche"
Steuerberater„Wir beraten Selbstständige"„Checkliste, welche Unterlagen du für deine Steuererklärung brauchst"
Elektriker„Elektroarbeiten aller Art"„Kostenlose Einschätzung, ob dein Hausanschluss eine Wallbox schafft"

Damit die Anzeige im Feed auffällt, hilft ein Gesicht. Anzeigen mit echten Menschen aus dem Betrieb wirken meist deutlich besser als Stockfotos, weil sie Vertrauen schaffen. Du musst kein Schauspieler sein, aber jemand aus deinem Team sollte bereit sein, kurz in die Kamera zu sprechen und das Angebot zu erklären.

Wenn du dein Angebot nicht in einem Satz sagen kannst, ist es noch nicht fertig.

2. Wie muss die Landingpage für deine Anzeige aussehen

Die Landingpage ist die Seite, auf der jemand nach dem Klick auf deine Anzeige landet. Sie sollte genau das Angebot aus der Anzeige wiederholen und nur ein Ziel haben, nämlich dass der Besucher das Formular ausfüllt.

Viele schicken ihre Anzeigen auf die Startseite. Dort muss der Besucher das Angebot erst suchen, wird von Menüpunkten abgelenkt und springt ab. Manchmal kann die Startseite reichen, in den meisten Fällen ist eine eigene Seite besser. Eine gute Landingpage für Instagram Werbung hat diese Bausteine.

  • Eine Überschrift, die das Angebot aus der Anzeige aufgreift, damit der Besucher sofort merkt, dass er richtig ist.
  • Zwei bis drei kurze Vorteile, warum sich das Angebot lohnt.
  • Ein kurzes Formular, oft reichen Name und Telefonnummer.
  • Vertrauen, zum Beispiel ein Foto vom Team, echte Bewertungen oder ein kurzes Video.
  • Optimiert fürs Handy, denn fast jeder Klick aus Instagram kommt vom Smartphone.
★★★★★ Name Telefonnummer Jetzt anfragen 1. Überschrift 2. Vorteile 3. Vertrauen 4. Kurzes Formular greift das Angebot aus der Anzeige auf zwei bis drei kurze Punkte Team, Bewertungen, Video Name und Telefon reichen, ein klarer Button EIN ZIEL kein Menü, keine Ablenkung, alles fürs Handy
So ist eine Landingpage für Instagram Werbung aufgebaut. Alles führt auf das Formular.

In manchen Fällen lohnt es sich, Interessenten über ein, zwei zusätzliche Fragen im Formular vorzuqualifizieren, etwa nach dem Ort oder dem Zeitraum. Das senkt die Zahl der Anfragen etwas, erhöht aber die Qualität. Alternativ bietet Meta auch eigene Formulare direkt in der App an. Die sind für den Nutzer bequem, liefern aber oft weniger verbindliche Kontakte. Probier im Zweifel beides aus und vergleiche.

Wie eine Website grundsätzlich aufgebaut sein muss, damit Besucher anfragen, liest du in unserem Ratgeber zu den häufigsten Fehlern beim Website erstellen.

3. Wie richtest du das Tracking für Meta Ads ein

Tracking bedeutet, dass Meta erfährt, wann jemand nach dem Klick auf deine Anzeige das Formular abgeschickt hat. Ohne diese Information weiß der Algorithmus nicht, wen er ansprechen soll, und du weißt nicht, ob deine Werbung überhaupt etwas bringt.

Meta optimiert die Ausspielung deiner Anzeigen auf das Ziel, das du festlegst. Dieses Ziel nennt man Conversion. Bei lokalen Betrieben ist das meistens ein abgeschicktes Formular oder ein Anruf. Sobald Meta sieht, welche Menschen zu einer Anfrage führen, sucht es gezielt nach weiteren Menschen mit ähnlichem Verhalten. Genau das macht Meta Ads so stark, und genau das fällt ohne Tracking weg.

So gehst du vor.

  1. Conversion festlegen. Entscheide, was als Erfolg zählt, zum Beispiel die Danke-Seite nach dem Formular.
  2. Meta-Pixel einbauen. Der Pixel ist ein kleines Stück Code auf deiner Website, das Meta meldet, wenn jemand die Danke-Seite erreicht. Zusätzlich empfiehlt Meta die Conversions API, die diese Daten direkt vom Server übermittelt und damit zuverlässiger ist.
  3. Einwilligung beachten. In Deutschland darf der Pixel erst nach Zustimmung im Cookie-Banner laden. Plane das von Anfang an ein.
  4. Kampagne auf das Ziel ausrichten. Wähle im Werbeanzeigenmanager das Ziel Leads oder Conversions, nicht Reichweite oder Interaktion.
  5. Testen. Schick selbst einmal das Formular ab und prüf, ob die Conversion bei Meta ankommt.
1 Anzeige im Feed 2 Klick auf die Landingpage 3 Formular wird abgeschickt 4 Pixel meldet die Conversion nach Einwilligung im Cookie-Banner Meta lernt, wer anfragt, und sucht ähnliche Menschen Ohne Tracking fehlt dieser Kreislauf, und Meta optimiert auf Likes statt auf Anfragen
Erst durch das Tracking weiß Meta, welche Menschen bei dir wirklich anfragen.

Gib Meta danach etwas Zeit. Der Algorithmus braucht einige Anfragen, um zu lernen, wer bei dir reagiert. Wer nach wenigen Tagen abschaltet, hat oft nur die Lernphase bezahlt.

4. Was passiert, wenn eine Anfrage reinkommt

Der Lead ist nur der Anfang, verkauft wird im Gespräch. Deshalb musst du vor dem Start festlegen, wer eine Anfrage bearbeitet, wie schnell und mit welchem Ziel. Die wichtigste Regel lautet, je früher, desto besser.

Ein Kontakt aus Instagram Werbung ist warm, kühlt aber schnell ab. Der Interessent hat sich spontan beim Scrollen eingetragen. Wer morgens das Formular ausfüllt und erst Tage später einen Anruf bekommt, erinnert sich oft nicht mehr an die Anzeige. Wenn du das nicht innerhalb weniger Stunden leisten kannst, verbrennst du Geld.

Kläre deshalb vor dem Start diese Fragen.

  • Wer ruft an? Eine feste Person, die weiß, dass neue Anfragen Vorrang haben.
  • Wann? Am besten sofort, spätestens am selben Tag.
  • Was wird gesagt? Ein kurzer Leitfaden, der an das Angebot aus der Anzeige anknüpft und auf einen Termin hinführt.
  • Was, wenn niemand rangeht? Zweiter Anrufversuch, dazu eine kurze Nachricht per SMS oder E-Mail.
  • Wo wird es festgehalten? Eine einfache Liste oder ein CRM, damit kein Kontakt verloren geht.
VON DER ANFRAGE ZUM KUNDEN AnfrageRückrufTerminAngebotKunde kommt reinsofort, spätestensam selben Tagmit Leitfadenim Gesprächverkauft HEUTE WARM NACH TAGEN KALT
Je schneller der Rückruf, desto wärmer der Kontakt.

Wer diesen Prozess ernst nimmt, holt aus demselben Werbebudget deutlich mehr Kunden heraus.

Deine Checkliste, bevor du Instagram Werbung schaltest

Bevor der erste Euro fließt, sollte jeder dieser Punkte mit Ja beantwortet sein. Fehlt einer, würden wir noch nicht starten.

VOR DEM ERSTEN EURO Angebot Landingpage Tracking Prozess
Fehlt einer dieser vier Punkte, verbrennt die Anzeige Budget.
PunktFrage an dich
AngebotKann ich in einem Satz sagen, was der Kunde bekommt, wenn er klickt
LandingpageWiederholt die Seite genau dieses Angebot und hat sie ein kurzes Formular
TrackingErfährt Meta, wann jemand das Formular abschickt
ProzessSteht fest, wer jede Anfrage am selben Tag zurückruft

Wann ist Google Ads der bessere Start als Meta Ads

Meta Ads lohnen sich, wenn du Aufmerksamkeit erzeugen willst. Google Ads lohnen sich, wenn Menschen dich bereits suchen. Suchen deine Kunden aktiv nach deiner Leistung, startest du besser bei Google. Müssen sie dich erst kennenlernen, ist Instagram und Facebook Werbung der richtige Kanal. Bei vielen Betrieben trifft beides zu, dann gehören beide Kanäle zusammen.

Wie du Google Ads richtig aufsetzt, liest du in unserem Ratgeber zu Google Ads für lokale Unternehmen. Wenn du Meta Ads vor allem für die Suche nach neuen Fachkräften nutzen willst, schau dir unsere Seite zur Mitarbeitergewinnung an. Und wenn du Unterstützung bei Videos und Inhalten für Instagram suchst, findest du mehr im Bereich Content und Social Media.

Lass uns deine Instagram Werbung gemeinsam aufsetzen

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Häufige Fragen zu Instagram Werbung

Wie schalte ich Instagram Werbung

Am besten über den Werbeanzeigenmanager von Meta, nicht über den Button „Beitrag bewerben". Dort legst du ein Kampagnenziel wie Leads fest, bestimmst deine Zielgruppe und kannst die Anzeige gleichzeitig auf Instagram und Facebook ausspielen. Vorher sollten Angebot, Landingpage, Tracking und Rückruf-Prozess stehen.

Reicht es, einen Beitrag auf Instagram zu bewerben

Für Anfragen meistens nicht. Ein beworbener Beitrag erzeugt Reichweite und Likes, hat aber oft kein konkretes Angebot, keine passende Landingpage und kein Conversion-Ziel. Dadurch kann Meta nicht lernen, wer bei dir wirklich anfragt.

Brauche ich für Instagram Werbung eine eigene Landingpage

Nicht immer, aber meistens ist sie deutlich besser als die Startseite. Eine Landingpage wiederholt genau das Angebot aus der Anzeige, lenkt nicht ab und hat ein kurzes Formular. Alternativ gibt es die Formulare von Meta direkt in der App.

Was ist der Meta-Pixel

Der Meta-Pixel ist ein kleines Stück Code auf deiner Website. Er meldet Meta, wenn ein Besucher zum Beispiel ein Formular abschickt. So kann Meta deine Anzeigen gezielt Menschen zeigen, die wahrscheinlich ebenfalls anfragen. In Deutschland darf er erst nach Einwilligung im Cookie-Banner laden.

Wie schnell sollte ich eine Anfrage aus Meta Ads zurückrufen

So schnell wie möglich, idealerweise innerhalb weniger Stunden, spätestens am selben Tag. Kontakte aus Instagram und Facebook Werbung entstehen spontan beim Scrollen und kühlen schnell ab.

Ist Werbung auf Facebook und Instagram dasselbe

Beides läuft über Meta und wird im selben Werbeanzeigenmanager erstellt. Du kannst eine Kampagne auf beiden Plattformen gleichzeitig ausspielen. Welche Plattform besser funktioniert, hängt von deiner Zielgruppe ab.

Noah Berg, OM Berg

Über den Autor

Noah Berg

Noah Berg ist Gründer und Geschäftsführer der Online Marketing Berg GmbH in Gummersbach. Er hilft lokalen Betrieben, online die Nr. 1 in ihrer Region zu werden, mit Local SEO, Google Ads, Websites, Content und Mitarbeitergewinnung.

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